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Rahmengröße finden: Schrittlänge schlägt Körpergröße

Die Herstellertabelle ist ein Startpunkt. Entscheidend sind Schrittlänge, Oberrohrlänge und wo der Sattel am Ende steht.

Zuletzt überarbeitet: 12. August 2026

Zwei Menschen mit identischer Körpergröße können unterschiedliche Rahmen brauchen, weil sich die Größe verschieden auf Beine und Oberkörper verteilt. Deshalb beginnt die Rahmenwahl mit der Schrittlänge, nicht mit der Körpergröße.

Schrittlänge messen

Ohne Schuhe mit dem Rücken an die Wand stellen, ein Buch waagrecht bis in den Schritt schieben und die Höhe der Oberkante zum Boden messen. Dieser Wert ist die Schrittlänge — die Basis jeder Rahmenrechnung.

Von der Schrittlänge zur Rahmenhöhe

Für Mountainbikes wird die Schrittlänge üblicherweise mit rund 0,225 multipliziert, um die Rahmenhöhe in Zoll zu erhalten; für Trekking- und Cityräder liegt der Faktor höher, etwa bei 0,66 für das Ergebnis in Zentimetern. Beide Formeln liefern einen Startwert, keine Wahrheit — Hersteller messen Rahmenhöhen unterschiedlich.

Warum Reach wichtiger geworden ist

Moderne Mountainbikes werden nicht mehr über die Sattelrohrlänge, sondern über den Reach beschrieben — den horizontalen Abstand vom Tretlager zum Steuerrohr. Er bestimmt, wie gestreckt man im Stehen auf dem Rad steht, und ist für das Fahrverhalten aussagekräftiger als die klassische Rahmenhöhe.

Woran man merkt, dass der Rahmen zu groß ist

Der Überstand über dem Oberrohr wird knapp, das Absteigen unangenehm, der Lenker fühlt sich weit weg an und die Hände werden auf längeren Fahrten taub. Zu klein ist der Rahmen, wenn die Sattelstütze über die Markierung hinaus ausgezogen werden muss und das Rad nervös wird.

Kinderräder: nur die Laufradgröße zählt

Bei Kinderrädern wird nicht die Rahmenhöhe, sondern die Laufradgröße gewählt — und zwar nach Schrittlänge, nicht nach Alter. Das Kind muss im Sitzen mit beiden Fußballen den Boden erreichen. Ein „mitwachsendes“ Rad, das zwei Nummern zu groß gekauft wird, ist unsicher zu fahren.

Häufige Fragen

Im Zweifel größer oder kleiner?
Im Gelände eher kleiner: Ein etwas kleinerer Rahmen lässt sich leichter kontrollieren und bietet mehr Bewegungsfreiheit. Auf langen Touren auf Asphalt darf es die größere Variante sein.
Wie viel lässt sich über Vorbau und Sattel ausgleichen?
Wenige Zentimeter. Sattelposition und Vorbaulänge korrigieren die Feinabstimmung — sie retten aber keinen grundsätzlich falschen Rahmen.

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